„Schauet die Lilien auf dem Felde,

29. Juni 2011

…wie sie wachsen: sie arbeiten nicht, auch spinnen sie nicht….. Darum sorgt nicht für den andern Morgen; denn der morgende Tag wird für das Seine sorgen.“ Matthäus, 6.1
Wie oft habe ich dieses Zitat gehört. Und immer dachte ich an weiße Lilien, schön, still, weiß.
Aber die waren es gar nicht, die gab’s da noch gar nicht. Aller Wahrscheinlichkeit nach haben sie so ausgesehen wie die Feldlilie, die derzeit bei uns oben in Govelin in voller Blüte steht. Leuchtend orange mit feuerroten Einsprengseln. So schön, so groß, so wild, dass es mir das Herz berührt. Ich kann gut verstehen, dass seit langer, langer Zeit über diese Blume geschrieben wird, denn sie ist überwältigend. Ich schätze auch die kleinen Blüten am Wegesrand, ich mag das ganz normale Gänseblümchen, den Löwenzahn, das Wiesenschaumkraut, ich freue mich über das, was uns die Natur beschert, immer wieder. Und die Feldlilienblüte ist unter diesen wunderbaren Ereignissen ein Besonderes. Früher gab es sie überall, als Kulturfolgerin, jetzt ist sie durch Intensivbewirtschaftung extrem selten geworden. In Govelin befindet sich Europas größtes Feldlilienvorkommen und erfreut derzeit alle, die sie besuchen möchten.

Was heißt denn naturnah oder Natur erleben?

7. Februar 2011

Ich bin so aufgewachsen : 3 benachbarte Häuser, das eine war unser Hof. Der Weg zur Zivilisation war weit, die Freiheit unendlich. Ein halbes Jahr nachdem ich zum Studium ging, weinte ich, weil ich nicht mehr konnte, überall Menschen, überall Lärm, Hektik, Streß.
Irgendwann reichte es mir und ich wollte wieder zurück, nach Hause & aufs Land. Das Grundstück in Dübbekold war keine Liebe auf den ersten Blick, das alte Haus war häßlich, das Grundstück war dunkel, Baustress kündigte sich mit dem ersten Blick an. Dann versetzte uns der Makler. Es war Mai, ein warmer Tag, das Haus war leer, wir gingen hinten auf die Wiese, setzten uns mit Blick aufs Tal ins Gras.
Er ließ uns drei Stunden warten. Nun das Ergebnis liegt klar auf der Hand. Wir haben uns verliebt. In die natürliche Stille, die allem hier eine unglaubliche Ruhe verleiht. In das kleine Wiesental, wo so weit das Auge schaut, Wiesen, Bäume, Blumen stehen und wo es nur die kleine Straße nach Nieperfitz gibt. Die wird ab und zu von den Nachbarn benutzt, aber da sie so schlecht repariert wird, fahren die auch lieber andersrum. In den Wald, der direkt im Rücken des Hauses liegt und mir ein geborgenes Gefühl gibt. In den Waldrand an der anderen Seite des Wiesentales – uns gegenüber, der sogar bei scheußlichem Regenwetter romantisch aussieht, weil die weißen Regenschwaden vor der dunklen Waldkulisse hertreiben. Und egal wie sich die Natur zeigt, hier bei mir zu Hause, sonnig, bewölkt, stürmisch, verschneit, ich finde sie immer wunderbar.
Manchmal suche ich nach Worten, um die Dankbarkeit zu beschreiben, die mich überfällt, wenn ich das Haus verlasse. Ein Lächeln breitet sich aus auf meinem Gesicht, ganz unkontrolliert, ich grüße den Wald und gehe vergnügt weiter.
barbara kenner

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Warum eigentlich Entspannungsbehandlung ….?

6. Januar 2011

Unsere Therapeuten haben gearbeitet. Seit einigen Jahren haben wir nun Entspannungsbehandlungen im Programm, haben sie aber etwas stiefmütterlich behandelt. Vielleicht, weil ich früher Entspannuhaende3ngs-behandlungen für überflüssige Kinkerlitzchen hielt. Das hat sich aber grundlegend geändert ! Mittlerweile habe ich gelernt, meinen Körper wesentlich besser zu beobachten. Wenn der Rücken sich beschwert, warte ich nicht mehr, bis sich ein Krankheitsbild ausprägt, sondern gehe sehr schnell zu unseren Therapeut/innen und lege mich ein wenig auf die Massagebank. Ist die Anspannung dabei, mich aufzufressen, hilft mir persönlich etwas Craniosakral oder Shiatsu. Und wenn die Gelenke zuppeln, liebe ich Klangmassagen. Bei der Naturkosmetik treffen sich meine alte Liebe zum Mischen von Badezusätzen mit der neuen Liebe verwöhnt zu werden, also auch da lasse ich mich regelmäßig sehen.
Und jetzt haben wir uns noch mal zusammengesetzt mit den Mitarbeiter/innen in der „guten Stube“ und ein neues Programm gestrickt, dass es für Sie einfacher macht, zu erkennen, was hier alles angeboten wird. Individuelle Anpassung an Ihre Wünsche ist selbstverständlich immer die Grundlage . Hier ist das neue Angebot .

Der Winter kommt.

20. Dezember 2010

waldhaus_winterDer Winter kommt und das mit Macht. So wunderschöne verschneite Vorweihnachtstage hatten wir selten. Und mir geht das ganze Gerede von Schneekatastrophen weidlich auf die Nerven. Ständig sagt das Radio „Wer heute nicht auf die Straße muß, sollte lieber drinnen bleiben. Mein Hund muß aber raus und das heißt wir auch, glücklicherweise. Denn es ist wunderschön – diese Bäume, die sich unter der Schneelast biegen, das vorsichtige Blaugrau des dämmernden Morgens, meine ersten Fußstapfen im unberührten Schnee und das freundliche Glitzern um mich herum. Also, schön warm einmummeln und los. Winterwald_1Alles ist wie immer, nach der Hälfte unseres Spazierganges breitet sich ein glückliches Lächeln auf meinem Gesicht aus und wenn ich zurückkomme bin ich zutiefst dankbar für diese Natur um mich herum.
Und das Verkehrschaos ? Na ja, lange Strecken mit dem Auto möchte ich auch nicht fahren und für kurze gibt es Winterreifen und Ruhe bewahren. Mit der Bahn war ich letzte Woche in Berlin und bin mit keinem einzigen geplanten Zug gefahren, bin aber eigentlich ganz gut hin und zurückgekommen, mit etwas Ruhe und einer Tasse Tee und einem nicht zu engen Zeitplan…….

Warum ich die sommerlichen Musiktage in Hitzacker so liebe….

2. August 2010

astloch2Ich weiß gar nicht mehr, wann ich das erste Mal zu Besuch war in Hitzacker auf den sommerlichen – ich hatte meine frisch erwachte Neigung zu klassischer Musik gefunden und entdeckt, dass es dieses Festival ganz in unserer Nähe gibt. Also mal hin. Völlig unwissend, was mich da erwarten würde. Ich weiß auch nicht mehr, was es war, nur dass ich einigermaßen überfordert da saß, mich sehr allein fühlte und nicht so recht wußte, ob ich das nun mochte oder nicht. Dazu war ich mit einem Abstand von 20 Jahren eine der jüngeren Konzertbesucherinnen und so jung war ich auch nicht mehr – im halbleeren Saal….
Das hat sich gewandelt. Mittlerweile gehöre ich zu den größten Fans dieser Veranstaltung. Die Säle sind voll und das Publikum geht von ganz jung bis ganz alt, eine wunderbare Mischung aus Musikkennern und Menschen, die einfach Freude an der Musik haben. Mit Vergnügen erinnere ich mich an einen Abend mit einem für mich sehr schwer hörbaren Werk von Benjamin Britten, bei dem es um die Entstehung der Erde ging, als ich auf einmal da saß und sie sah, die kochende Erde, die Verwerfung der Erdschichten, die sich übereinanderschoben, farbige Bilder, ausgelöst durch Musik. Und dieses wunderbare Stück – ich glaube, es war von John Cage, biastloch1n aber nicht mehr sicher, in dem die Sängerin in einem wunderbaren roten Abendkleid die Bühne betrat, sich in eine Badewanne setzte und eine Gießkanne über sich ausleerte. Danach biß sie von einem Apfel ab und sang mit diesem Stück Apfel im Mund. Wie haben wir als Publikum reagiert ? Empörung gab es, Ratlosigkeit und dann eine alles umfassende Heiterkeit, ein herzhaftes Lachen im Konzertsaal. Und genau dass ist es was ich an den Musiktagen so mag ! Klassik und Lachen, Klassik und Konzerte draußen ! Singer pur, diese wunderbare Gruppe, die deutsche Volkslieder vom braunen Muff befreit und zu wundervollen kleinen Freuden verändert und mich wieder mit Vergnügen auf unsere musikalischen Traditionen sehen lässt. Dieses Jahr war ich beim abendlichen Eröffnungskonzert, via nova percussion group, ich bin ja nicht so sehr der Fan Wald7der Schlaginstrumente, aber ich war hingerissen. So viel Leben, so viel Freude, so viele Überraschungen für mein Ohr und das Auge, es hat einfach wirklich Spaß gemacht.
Und ich freue mich auf die kommenden Konzerte der Woche. Ein Abend mit Schubert und einmal den finnischen Schreichor Huutajat kombiniert mit einem Mundharmonikaquartett namens Sväng….Leider schaffe ich es nicht, mal alle zu hören, aber die, die ich mitmache wirken lange nach.

Oh Wandern, wandern – meine Lust,….

28. Juli 2010

Eigentlich bin ich faul, sitze zu oft rum. Aber nun haben wir da diesen Hund, der raus will – und ich – eigentlich auch. So bin ich letzte Woche auf dem Wendlandweg gewandert,….

Vor ein paar Jahren haben mein Mann Kenny und ich bei einer Messe Menschen getroffen, die sich mit dem Wandern in Deutschland auseinandersetzten und www.wanderbares-Deutschland.de gegründet haben. Es sollte ein neues Wandergefühl entstehen. Wandern in der Natur, mit der Natur, mit klaren Qualitätskriterien für die Wege, so dass wir als Wanderer uns verlassen können, dass wir nicht ewige öde Asphaltstrassen hinter uns bringen. Fanden wir spannend. Und beobachteten es weiter. Vor einiger Zeit war es dann so weit, gemeinsam mit ein paar anderen Betrieben im Wendland liessen wir einige Wege zertifizieren.
Auch eine spannende Arbeit, an der ich nur peripher beteiligt war, da das eher die Baustelle meines Mannes ist. Aber wie die gesucht haben, die Wege so zu legen, dass z. B. natürliche Stille vorhanden war, nicht zu viel Asphalt, gefühlte Höhepunkte wie Ausblicke oder historische Stätten, es war ein Vergnügen, bei den Planungen zuzuschauen. Und am Freitag habe ich nun einen lange geheWald9gten Plan angefangen. Ich habe mich am Anfang des Weges aussetzen lassen und bin – natürlich mit dem Hund so lange gewandert, wie ich konnte. In Hitzacker habe ich angefangen, kleines Fachwerkstädtchen, nett, familiär. Dann geht es sehr schnell in die Elbhöhen, hinter Hitzacker gibt es nämlich ein Steilufer. Also hoch und wieder runter, entzückende Ausblicke bis nach Mecklenburg – Vorpommern rein, ach.
Doch es gab auch Schlangen in meinem Paradies – die Mücken und Bremsen. Zeitweise hatte ich doch den Eindruck eine ganz andere Funktion zu haben, nämlich das Buffet für die Natur zu sein, leider hatte ich mein Effitan, ätherische Öle zum Insektenschutz vergessen. Dadurch wurde ich dann so schnell, dass ich recht gut schweißüberströmt war, aber auch das hat nicht geholfen – ausgeruElbe_Strandtscht sind sie leider nicht auf mir.
Ganz zur Elbe runter habe ich mich geschlichen, um die Ruhe dieser dahinströmenden Mutter vieler Flüsse zu geniessen und wieder hoch. Und als ich dann zum dritten Mal wieder oben war, oh Wunder Luftzug und keine Viecher mehr. Ich habe mein Lunchpaket ausgepackt, mein Wasser und mein Buch und es war wundervoll. Natürliche Stille, Windhauch, Wärme, kleines Knistern im Gebüsch,…
Nachdem ich abgekühlt war ging es dann weiter, gemütlicg, vergnügt, mein Hund und ich. Und als der Regen kam sassen wir beide im Maison de la Marinette, dem hiesigen Marionettencafé und tranken Espresso & Hundewasser. Und als der Regen wieder aufhörte ging es vorbei an den hiesigen wilden Höfen der Selbstversorger und Kunsthandwerker – ich bin einem ausgebrochenen kleinen Lamm begegnet – noch einmal hoch auf einen Aussichtspunkt und dann durch die Elbauen bis Drethem.
Zufrieden waren wir, mein Hund und ich, sehr zufrieden ! Und ganz bald machen wir weiter, immer wieder ein Stück entlang des Weges.
Unberührt ist diese Natur nicht, aber doch ungezähmt !

Der Mensch und die Musik.

26. Juli 2010

Letzte Woche war der Obertonchor Christian Bollmann bei uns zu Gast. Nun schon zum fünften Mal. Ich weiss noch, wie sie das erste Mal gekommen sind und ich bis auf ganz rudimentäre Vorstellungen keinerlei Ahnung hatte von Obertönen und ihrer Schönheit. Dann haben wir verhandelt, sie wollten gerne bei uns essen und bei den Nachbarn wohnen. Schwere Bedenken meinerseits, da es dann schnell zu eng wird bei uns. Und dann streiten sich alle um die plätze, die Atmosphäre im Hause wird eisig,….Wir haben uns geeinigt, ein Lied mittags, eines abends und eine derartig bezaubernde Stimmung breitete sich im Hause aus, ach…..Die Kinder haben schon immer um die Ecke gelugt, ob das Singen denn nun anfängt, die, die es nicht mitbekommen haben, schleichen sich Stück für Stück an, nicht nur die Kinder. Ich finde Musik im Hause wunderschön. Einmal in der Woche haben wir dann ein kleines Konzert auf der Terrasse wenn dieser, unser Lieblingschor zu Gast ist und dann gibt es also Freiluftmusik. Letzte Woche saß ich auf der Terrasse, ließ meinen Blick schweifen über friedliche Gäste und die Landschaft und freute mich so vor mich hin.
Mittlerweile habe ich eine beträchtliche CD – Sammlung vom Chor und kann allen, die die Möglichkeit haben nur empfehlen, mal in ein Konzert dorthin zu gehen. Und ich wünsche mir mehr Musik im Hause, wir bieten ja auch den Künstlerrabatt,…..

Fast wären wir fortgeschwommen….

30. Juni 2010

Kowalski_LebensschiffWir haben gerade den Überschwemmungsaperitif getrunken. Gestern gab es bei uns ein Unwetter wie wir es noch nie gesehen haben ! . Es regnete eine Stunde wie aus Kübeln, der Regenmesser ist übergelaufen, wir wissen nicht mal wie viel es war. Der Regen ist in die Tenne eingedrungen, da waren 5 Menschen am aufwischen, vor der Tür haben 5 durchweichte Menschen mit dem Abzieher das Wasser von der Tür weggezogen, an der Strasse haben weitere 5 pitschnasse Menschen Notgräben gezogen, in den Zimmern standen weitere um das Wasser, dass sich unter den Dachziegeln über die Bleieinfassung weg gedrückt hat aufzufangen, es war unglaublich ! Die Feuerwehr fuhr vorbei um bei den 2 Dörfern in der Nachbarschaft 4 Häuser freizupumpen, bei einem stand das Wasser oberschenkelhoch !
Wir sind begeistert und beglückt über die Hilfsbereitschaft unserer Gäste und wildfremder Leute, die einfach vorbeikamen um sich mit dem Fahrrad unterzustellen.
Die Versicherung war heute da, so dass wir alles wahrscheinlich in Ruhe abwickeln können. Und dann ist das ein gelungenes Beispiel für einen guten Umgang mit Problemen in unserer Gesellschaft. Hilfsbereite Menschen, eine gute Absicherung und schnelle Hilfe… Und deshalb gab es heute Überschwemmungsaperitif für alle unsere Gäste.

Nachhaltig wirtschaften

23. Juni 2010

Gemeinsam

Manchmal werden wir gefragt, warum wir das tun, was wir tun. Einen Betrieb, so konsequent wie es uns möglich ist, ökologisch – nachhaltig ausrichten.
Eigentlich ist die Antwort ganz einfach :
Um die Welt zu verändern.
Das war auch der Konsens, den wir BiohotelskollegInnen bei einer Tagung vor einiger Zeit gemeinsam formulierten. Schön war’s.
Ja, wir wollen etwas bewegen, und um das zu tun fangen wir hier bei uns an. Wir versuchen Arbeitszusammenhänge zu schaffen, die vieles was wir uns wünschen miteinander verknüpft.
Wir wollen nachhaltig wirtschaften, damit unsere Kinder gemeinsam mit allen Bewohnern dieser wunderbaren Welt diese weiter geniessen können.
Wir möchten etwas tun, was uns stolz macht.
Über alle, die ein kleines Stück mit nach Hause nehmen, was ihren Alltag weiter entwickelt freuen wir uns. Und genauso freuen wir uns über die vielen Informationen, die uns so zulaufen über unsere Gäste.
Kommunikation ist die Grundlage eines friedlichen Zusammenlebens und diese fördern wir gerne. Indem wir und unser Team sich gerne mit Gästen unterhalten, indem wir die Kontaktaufnahme untereinander fördern. Indem wir die Gruppenbildung bei den Kindern durch die Betreuung fördern. Indem wir unser Team auch als Gemeinschaft in der Arbeit betrachten.
Wir wollen unser Geld mit etwas verdienen, dass nicht anderen das Brot vom Teller nimmt, und wenn wir das gemeinsam weiter entwickeln, freut uns das sehr.haengematte
Und warum tun wir nun das was wir tun ?
Weil’s Spaß macht ! Und wir die Welt gemeinsam verändern.

Feuerlilien-Tage in Govelin 12. – 27. Juni 2010

13. Mai 2010

Die Feldlilie, der Ortolan und ein Weg, der inneren Frieden gibt

Halbtagstour zu Fuß

Wir kennen einige Naturlehrpfade, die gut gemacht sind. Und glücklicherweise gibt es einen der schönsten ganz nah bei uns. Den “Feldlilienpfad Govelin”. Dank der Familie Bergmann gibt es bei Govelin jetzt immer noch Platz für die Feldlilie, eine bezaubernd schöne flammendrote Wildlilie. Einst in Mittelasien beheimatet hatte Sie sich als Kulturfolger in ganz Europa ausgebreitet. Die Feldlilie liebt nicht so eng bebaute Felder, wo sie zwischen den weit auseinander stehenden Ähren wachsen kann. Wahrscheinlich wurde sie aufgrund ihrer auffälligen Schönheit auch als eine der ersten Zierpflanzen kultiviert.

Die Lilien auf dem Felde ...

Die Lilien auf dem Felde ...

Dann kam die intensivere Landwirtschaft mit Kunstdünger und Pestizideinsatz. In der Folge wurde der Abstand zwischen den Ähren deutlich kleiner, die Feldlilie hatte keinen Platz mehr und wurde verdrängt, so dass sie nur noch auf ganz wenigen Standorten in nordöstlichen Deutschland existiert und im Rest Deutschlands nicht mehr zu finden ist. Ähnlich geht es der Heidelerche, einer Bodenbrüterin, die lichte Übergänge zwischen Wald- und Ackerland, also Brachen, Trockenrasen und offenes Ödland, auch schüttere Äcker und offene Sandwege braucht. Ihr lyrischer Gesang schwebt über den Feldern.
Und auch der Ortolan, ein naher Verwandter der Goldammer, singt in dieser Gegend. Sein Gesang ist eher schwermütig und fällt am Ende leicht ab. Trotz der weithin hörbaren Strophen ist der sehr scheue, heimlich lebende Vogel in den hohen Baumkronen nur schwer zu erkennen. Er braucht ebenfalls die kleinstrukturierte Kulturlandschaft mit Waldrändern und trocken – sandigen Äckern.
Wir freuen uns sehr, dass die Familie Bergmann aus Govelin, die dort einen Bauernhof bewirtschaftet, sich seit Jahren intensiv um diese wunderbare Kulturlandschaft bemüht und somit einer sehr raren Kostbarkeit Unterschlupf und Entwicklungsmöglichkeit geboten hat.

Feldlilie / Feuerlilie

Feldlilie / Feuerlilie

Wenn Sie das Ganze nun selbst erleben möchten, gehen Sie von zu Hause los Richtung Göhrde, biegen am Prinzessinnenteich links ab auf den Fahrradweg Richtung Hitzacker. Diesem folgen Sie bis Govelin, ca. 4,5 Kilometer, direkt an diesem Weg beginnt der Feldlilienpfad, der selbst 4,5 km lang ist.
Mir persönlich geht es so, dass ich auf diesem Weg immer wieder zu mir finde, dass spätestens wenn ich die Sitzgruppe oben auf dem Hügel erreicht habe ich einfach in Frieden mit mir und der Welt bin und alle die kleinen liebevollen Details, die dieser weg mir bietet in vollen Zügen in mich einsauge. Da wäre als erstes der weite Blick auf die alte Siedlungsstelle von Govelin, dann die alte Eichenallee, Der verwunschene Weg zu den Feldlilien, danach die schönste Schutzhütte, die ich je gesehen habe ( endlich mal nicht in dunkelbraun, sondern hell und luftig in ockergelb, rostrot und wenigen blauen Akzenten gehalten), die vorher erwähnte Sitzgruppe auf dem Hügel (wie wär’s mit einem Tee ? ), die riesige Buche, der heckengesäumte Hohlweg,…. Sollten Sie Lust haben vor dem Heimweg noch eine Tasse Kaffee und ein Stück Kuchen zu sich zu nehmen, melden Sie sich doch vorher bei der Familie Bergmann (von uns aus gesehen der erste Hof auf der rechten Seite ) an, Telefonnummer : 05862 – 7422, unter den riesigen Bäumen auf dem Hof sitzt es sich wunderbar. Und vielleicht können Sie dort auch etwas mehr über die Geschichte des Weges erfahren.

Roggenfeld am Fellilienpfad

Roggenfeld am Fellilienpfad

Wir wünschen Ihnen, dass der Weg nach Hause ebenso friedvoll für Sie ist, wie wir Ihn empfinden.

Barbara und Kenny Kenner

Unsere Empfehlung sind die Feuerlilien-Tage in Govelin im Juni 2010 mit vielen spanenenden Veranstaltungen und Führungen rund um die Feldlilie und die Felder der Familie Bergmann.

Weitere Infos zum Feldlilienpfad & Programm der Feuerliline-Tage:

www.lilienpfad.de