Die Feldlilie, der Ortolan und ein Weg, der inneren Frieden gibt
Halbtagstour zu Fuß
Wir kennen einige Naturlehrpfade, die gut gemacht sind. Und glücklicherweise gibt es einen der schönsten ganz nah bei uns. Den “Feldlilienpfad Govelin”. Dank der Familie Bergmann gibt es bei Govelin jetzt immer noch Platz für die Feldlilie, eine bezaubernd schöne flammendrote Wildlilie. Einst in Mittelasien beheimatet hatte Sie sich als Kulturfolger in ganz Europa ausgebreitet. Die Feldlilie liebt nicht so eng bebaute Felder, wo sie zwischen den weit auseinander stehenden Ähren wachsen kann. Wahrscheinlich wurde sie aufgrund ihrer auffälligen Schönheit auch als eine der ersten Zierpflanzen kultiviert.

Die Lilien auf dem Felde ...
Dann kam die intensivere Landwirtschaft mit Kunstdünger und Pestizideinsatz. In der Folge wurde der Abstand zwischen den Ähren deutlich kleiner, die Feldlilie hatte keinen Platz mehr und wurde verdrängt, so dass sie nur noch auf ganz wenigen Standorten in nordöstlichen Deutschland existiert und im Rest Deutschlands nicht mehr zu finden ist. Ähnlich geht es der Heidelerche, einer Bodenbrüterin, die lichte Übergänge zwischen Wald- und Ackerland, also Brachen, Trockenrasen und offenes Ödland, auch schüttere Äcker und offene Sandwege braucht. Ihr lyrischer Gesang schwebt über den Feldern.
Und auch der Ortolan, ein naher Verwandter der Goldammer, singt in dieser Gegend. Sein Gesang ist eher schwermütig und fällt am Ende leicht ab. Trotz der weithin hörbaren Strophen ist der sehr scheue, heimlich lebende Vogel in den hohen Baumkronen nur schwer zu erkennen. Er braucht ebenfalls die kleinstrukturierte Kulturlandschaft mit Waldrändern und trocken – sandigen Äckern.
Wir freuen uns sehr, dass die Familie Bergmann aus Govelin, die dort einen Bauernhof bewirtschaftet, sich seit Jahren intensiv um diese wunderbare Kulturlandschaft bemüht und somit einer sehr raren Kostbarkeit Unterschlupf und Entwicklungsmöglichkeit geboten hat.

Feldlilie / Feuerlilie
Wenn Sie das Ganze nun selbst erleben möchten, gehen Sie von zu Hause los Richtung Göhrde, biegen am Prinzessinnenteich links ab auf den Fahrradweg Richtung Hitzacker. Diesem folgen Sie bis Govelin, ca. 4,5 Kilometer, direkt an diesem Weg beginnt der Feldlilienpfad, der selbst 4,5 km lang ist.
Mir persönlich geht es so, dass ich auf diesem Weg immer wieder zu mir finde, dass spätestens wenn ich die Sitzgruppe oben auf dem Hügel erreicht habe ich einfach in Frieden mit mir und der Welt bin und alle die kleinen liebevollen Details, die dieser weg mir bietet in vollen Zügen in mich einsauge. Da wäre als erstes der weite Blick auf die alte Siedlungsstelle von Govelin, dann die alte Eichenallee, Der verwunschene Weg zu den Feldlilien, danach die schönste Schutzhütte, die ich je gesehen habe ( endlich mal nicht in dunkelbraun, sondern hell und luftig in ockergelb, rostrot und wenigen blauen Akzenten gehalten), die vorher erwähnte Sitzgruppe auf dem Hügel (wie wär’s mit einem Tee ? ), die riesige Buche, der heckengesäumte Hohlweg,…. Sollten Sie Lust haben vor dem Heimweg noch eine Tasse Kaffee und ein Stück Kuchen zu sich zu nehmen, melden Sie sich doch vorher bei der Familie Bergmann (von uns aus gesehen der erste Hof auf der rechten Seite ) an, Telefonnummer : 05862 – 7422, unter den riesigen Bäumen auf dem Hof sitzt es sich wunderbar. Und vielleicht können Sie dort auch etwas mehr über die Geschichte des Weges erfahren.

Roggenfeld am Fellilienpfad
Wir wünschen Ihnen, dass der Weg nach Hause ebenso friedvoll für Sie ist, wie wir Ihn empfinden.
Barbara und Kenny Kenner
Unsere Empfehlung sind die Feuerlilien-Tage in Govelin im Juni 2010 mit vielen spanenenden Veranstaltungen und Führungen rund um die Feldlilie und die Felder der Familie Bergmann.
Weitere Infos zum Feldlilienpfad & Programm der Feuerliline-Tage:
www.lilienpfad.de